· 

Upcycling | Zero Waste März 2019

Beim Qlab upcycling/ zero waste beschäftigen wir uns mit Designkonzepten und Abfallvermeidungsstrategien, besuchen Orte und Kreative in der ganzen Stadt und bauen unser eigens Upcycling-Produkt.

 

Welche Herausforderungen bringt es mit sich, ein Tiny House zu bauen, wenn man hinzu noch den Anspruch hat, beim Bau so viel wie möglich Material zu re- oder upcyclen? Diese und weitere Fragen beantworteten uns Pia und Katharina auf dem Mirbachplatz in Weißensee. Dort stehen ihre Tiny Häuser und werden gerade zwei weitere gebaut. Für unser erstes Bauprojekt gaben sie uns den Auftrag, ein Regal für Outdoorspiele und eine Verschenkbox für den Mirbachplatz zu bauen.

 

Zurück in der Werkstatt von BAUFACHFRAU e.V. haben wir uns gemeinsam überlegt, wie dieses Möbel aussehen könnte. Welche Funktionen muss es erfüllen und wie können wir mit dem vorhandenen Restholz, das sich für ein Außenmöbel eignet, diese Aufgabe lösen? Die Zeichnung steht und der erste Zuschnitt wurde gemacht – wir sind schon mitten im QLab! Es geht los mit dem Bau der Außenmöbel für den Mirbachplatz: Das bedeutet Learning by doing! Ausmessen und anzeichnen mit Winkel oder Streichmaß, bohren, senken und verschrauben - alles kein Problem mehr.

 

Zum vielseitigen Programm unseres Qlabs gehören auch die zahlreichen Exkursionsziele zu Best Practice Beispielen, die sich in punkto Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichen in Berlin etabliert haben. So haben wir zum Beispiel den Materialfundus Kunst-Stoffe e.V. in Pankow besucht. Die „Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien“ sammelt alle möglichen Materialien und stellt sie zum Verkauf bereit. Das attraktive an diesem Fundus ist, dass die Materialien gut sortiert sind. Die Adresse für Upcycler*innen! Weitere interessante Führungen vor Ort haben wir im Original Unverpackt bekommen. Dort werden organische, natürliche und nachhaltige Produkte - und zwar unverpackt verkauft. Direkt nebenan bietet Supermarché ökologische Fair Trade Kleidung, Grüne Mode und fair produzierte Wohnaccessoires an. Die Geschäftsführerin gab uns interessante Einblicke hinter die Kulissen des internationalen Modehandels. Nicht weit ist es zum isla Coffee in Neukölln. Was man diesem Café kaum ansieht: die Betreiber haben sich der Kreislaufwirtschaft verschrieben. Wer sich die Kaffeetassen genauer ansieht, könnte den Unterschied entdecken. Wir sind begeistert von den Pfandsystemen, der Wurmkiste im Hinterhof und den Tassen aus Kaffeesatz. Auch begeistert haben uns die Recycling Möbel im ganz besonderen „Used Look“ von Greyersbach. Dort werden aus alten Dielen, Fenster und Türen aus Berliner Wohnungen zum Beispiel trendige Hocker, Tische, Sitzbänke gefertigt.

 

Die Themen, die uns in den Exkursionen begegnet sind, haben wir anschließend genauer unter die Lupe genommen und diskutiert. Es ging u.A. um die Themen ZeroWaste-Strategien, Kreislaufwirtschaft, CO2-Fußabdruck und Ökobilanz. Auch hier wollten wir wieder keinen Vortrag halten sondern den gemeinsamen Austausch anregen.

 

Nachdem das erste Bau-Projekt bereits sehr gut bei den Teilnehmerinnen ankam wurde in der zweiten Hälfte des Qlabs direkt das nächste Möbelbauprojekt in Angriff genommen. Aus Resthölzern aus der Tischlerei bauen wir drei Loungesitzmöbel. An diesem Projekt können die Teilnehmerinnen das bisher Gelernte - ausmessen, schleifen, bohren, senken, schrauben - anwenden. Heute kamen auch die Handkantenfräse und eine Klebetechnik ins Spiel. Von der Tischlereileiterin bekamen wir außerdem die CNC Fräse vorgeführt und das QLab-Logo wurde in eine Platte unserer Möbel gefräst. Anschließend haben wir das Thema Digitalisierung im Handwerk weiter verfolgt und das HappyLab besucht. Unsere drei Sitzmöbel gingen als Spende an die Bildungsabteilung der SirPlus Rettermärkte, nachdem wir bei einer Exkursion zum Rettermarkt nach Steglitz einen tollen Einblick in die Lebensmittelverschwendung und Möglichkeiten der Lebensmittel-Rettung erhalten haben.

 

Im Rahmen des letzten großen Bereichs des Qlabs haben sich die Teilnehmerinnen mit ihrer eigenen Biographie beschäftigt.Welche Stärken habe ich bislang im Beruf aber auch in der Freizeit oder Elternzeit entwickelt? Und wie kann ich diese für meinen beruflichen Werdegang einsetzen? Der ProfilPASS ist eine Methode, um genau das herauszufinden und zu benennen. Während des QLabs steht uns hierfür eine ProfilPASS-Beraterin zur Seite.Der Abschlusstag war gefüllt mit ProfilPASS-Gruppenarbeit und einer letzten handwerklichen Arbeit, bei der wir die am Vortag im HappyLab gelaserten Puzzleteile zu Geschenkkästchen zusammengefügt und dabei die Technik des Verleimens gelernt haben. Es folgte ein interaktiver Projektrückblick und die Möglichkeit zu Feedback.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0